Die Arbeit in den Reben

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DAS SCHNEIDEN – von November bis März

Von dieser Operation, die in der vegetativen Ruhephase stattfindet, hängt zum Teil die qualitative und quantitative Produktion der Rebe ab. Die am häufigsten im Elsass verwendete Schnittmethode, mit der das Wachstum der Rebe harmonisiert wird, ist der einfache oder doppelte GUYOT-Schnitt. Dieser besteht darin, an jedem Weinstock einen oder zwei Triebe verschiedener Länge zu belassen. Der Schnitt hat zum Ziel, das Holz auszuwählen und in Bodennähe seine ursprüngliche Form und jugendliche Kraft zu bewahren.

DAS BIEGEN UND DAS BINDEN – von Februar bis Mitte April

Bei diesen Arbeiten werden die Blätter vertikal angeordnet und angeglichen und dabei wird die Oberfläche der Blätter in Richtung Sonne ausgerichtet. Ein Rahmensystem, bestehend aus Stangen und gespanntem Drahtseil, hält die gebogenen Triebe.

DAS PFLANZEN – von Mitte März bis Mitte Mai

Der Winzer bevorzugt für die jungen Pflanzen einen gut umgegrabenen und sehr wenig feuchten Boden in der Tiefe, der an der Oberfläche trocken sein sollte. Die jungen Pflanzen werden, abhängig von der Parzelle, von Hand oder maschinell eingepflanzt. Diese Arbeitsphase erfordert sehr viel Handarbeit und Material (Stangen, Drahtseil usw.). Die verwendeten Setzlinge bestehen aus Pfropfreben, die aus Unterreben bestehen, die gegen die Reblaus resistent sind. Diese jungen Weinstöcke tragen nach vier bis fünf Jahren eine volle Ernte aus.

DIE ARBEITEN IN GRÜN: DAS ENTKNOSPEN UND ENTFERNEN VON SPRÖSSLINGEN – von April bis Mai

Die Arbeiten in Grün bestehen darin, die überflüssigen und nicht fruchttragenden Knospen sowie das Kleinholz zu entfernen, wie beispielsweise die kleinen Triebe am Fuß des Weinstocks („Gourmands“ genannt), die auf Kosten des alten Holzes unnötigerweise Pflanzensäfte entziehen. Im Monat Mai bereiten wir uns beim Wachsen der jungen Triebe auf die wichtigste Phase vor, das Heranwachsen der Reben. Das Potential der bevorstehenden Weinlese kann jetzt bereits eingeschätzt werden.

DAS AUFBINDEN UND DAS LICHTEN – von Mitte Mai bis Juli

Das Aufbinden besteht darin, dass die Zweige nach oben ausgerichtet werden, wobei sie zwischen zwei Drähten des Gerüsts gehalten werden. Nach der Blüte im Juni müssen die Gassen zwischen den Weinstöcken gereinigt sein, denn die Zweige dürfen kein Dach über den Weinstöcken bilden, damit kein Schatten geworfen wird, was dazu führen würde, dass die Blätter weniger Sonneneinstrahlung haben und schlechter belüftet würden. Das Lichten besteht im Schneiden der oberen Enden der wachsenden Zweige, damit das Gerüst harmonisiert wird. Das Aufbinden und das Lichten erfolgen in der Regel mechanisch.

DAS ENTFERNEN DER BLÄTTER – Mitte September

Das Entfernen der Blätter erfolgt von Hand und besteht darin, dass die Blätter in der Nähe der Reben entfernt werden, um diese besser zu lüften und ihnen mehr Sonneneinstrahlung zu bieten. Die Trauben können dann Sonne tanken und das Krankheitsrisiko wird vermindert.

DIE BEGRÜNUNG DER REBGASSEN

Der aktuelle Trend geht in Richtung der kontrollierten Begrünung (ENM). Diese Technik besteht darin, dass man die natürliche Flora des Bodens wachsen lässt und diese zerkleinert, sobald sie eine Höhe von ungefähr 20 cm erreicht. Diese Technik erlaubt es, die Vorteile der Begrünung zu nutzen, mit dem zusätzlichen Vorteil, dass sich eine diversifizierte pflanzliche Schicht bildet, die Erde und Wasser bindet und Einsickerungen von Nitraten im Herbst und Winter begrenzt.

DER PFLANZENSCHUTZ – von Mitte Mai bis September

Der Pflanzenschutz zielt darauf ab, das Produktionspotential der Pflanze auf einer optimalen Ebene zu halten und gleichzeitig Krankheiten und Parasiten zu bekämpfen. Es wäre schädlich, wenn man den Weinstock während des Wachstums ohne Schutz ließe, besonders im Stadium zwischen dem Sichtbarwerden der Reben und der Farbänderungsreife (Beginn der Reife). Der Winzer passt während der Blüte (Juni) und im Stadium der Schließung der Rebe ganz besonders auf. Mit seinem Sprühtornister kämpft er gegen Pilzkrankheiten wie echten und falschen Mehltau und Graufäule, ebenso wie gegen die gefürchteten Insekten: die Traubenwicklerraupen verursachen große Schäden.
Ökologische Methoden, um sich gegen diese Krankheiten und Parasiten zu schützen, sind immer weiter verbreitet. Die Pheromonfalle, die sexuelle Verwirrung, erlaubt beispielsweise einen sparsameren Umgang mit Insektengiften. Bei dieser Methode werden auf der Parzelle Kapseln ausgelegt, die Pheromone ausströmen, also Duftstoffe, mit denen normalerweise die Weibchen die Männchen anlocken, was die Männchen stark verwirrt. Dadurch wird die Vermehrung reduziert und damit auch das Risiko von Schäden, die von der Traubenwicklerraupe verursacht werden und die häufig zur Graufäule führen.

DIE REIFUNG – von Mitte August bis zur Weinlese

Eine Reifephase von 40 bis 50 Tagen liegt vor der Weinlese. Dabei spielen die Witterungsbedingungen der Monate September und Oktober eine entscheidende Rolle. Bei der Farbänderungsreife wird die Traube elastisch und verfärbt sich. Der Zuckergehalt steigt schnell an und die Traube verliert ihre Säure. Mitte September können die Blätter, die sich noch in der Nähe der Reben befinden, entfernt werden, um das Fäulnis-Risiko einzudämmen und der Rebe eine optimale Sonnenbestrahlung zu ermöglichen.

DIE WEINLESE – im Laufe des Septembers bis zum November

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Der Winzer beobachtet aufmerksam den Reifezyklus. Im Gut Cléebourg werden jedes Jahr auf ungefähr 50 Parzellen Reifekontrollen mit einem Infrarot-Analysegerät durchgeführt. Somit können intern die Lesetermine für die verschiedenen Rebsorten festgelegt werden, sobald die Lesezeit offiziell begonnen hat.
Dann erstürmen die Teams der Weinleser den Weinberg, da die Weinlese noch überwiegend von Hand erfolgt. Man benötigt ungefähr 250 Arbeitsstunden, um die Trauben eines Hektars Weinberg zu lesen, was wiederum bedeutet, dass man 30 Personen benötigt, um einen Hektar an einem Tag abzuernten.
Die Trauben für den Crémant d’Alsace werden normalerweise ungefähr zwei Wochen vor der traditionellen Weinlese geerntet, zu einem Zeitpunkt, zu dem die Trauben noch die erforderliche Säure haben, um ein optimales Produkt herstellen zu können.
Idealerweise beginnt die Weinlese für die AOC Qualitätsweine des Elsass im Oktober. Allerdings kann ein schöner Herbst auch dazu führen, dass man mehr Spätlesen oder Edelbeerenauslesen im November und Dezember erntet.